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CLOUD-LÖSUNGEN

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CLOUD-LÖSUNGEN - Aus allen Wolken

Fachzeitschrift Kfz-Betrieb berichtet: Aus allen Wolken.

Wer große Datenmengen speichern muss, kann diese heute in einer Cloud ablegen. Doch sind die Speicherräume im Internet wirklich sicher und beispielsweise dazu geeignet, Kundendaten aufzubewahren?

Unternehmer sind normalerweise ziemlich empfindlich, wenn es um die Daten ihrer Kunden und ihre allgemeinen Geschäftsdaten geht. Diese Daten sind das Kapital des Betriebs und sollten auch nur dem Unternehmer zugänglich sein. Darum schwören viele Werkstattinhaber auf den eigene Server im Haus unter dem Schreibtisch im Büro, Denn den könne ihnen niemand nehmen.

Harald Pfau, Inhaber der Werbas AG und Softwarespezialist, kennt solche Argumente aus vielen Gesprächen mit Unternehmern. "Schaut man sich genau an, was für Daten auf den Servern liegen, ob und wie diese gegen Zugriffe von außen und Datenverlust abgesichert sind, ist das Argument, der eigene Server sei der sicherste Ort für Kundendaten, nicht überzeugend," Pfau ist nicht per se ein Verfechter des Auslagerns von Daten in einen Cloud-Server. Gerade bei kleineren Unternehmen hält er solche Konzepte aus Sicherheitsgründen für die bessere Wahl, "Wenn Unternehmer heute von Cloud-Sicherungen reden, dann meinen sie in 99 Prozent der Fälle das Server-Hosting (IAAS), also das Auslagern lokaler Anwendungen auf externe Server" sagt Pfau. Im Prinzip sei das vergleichbar mit der Anmietung von Rechnerleistung in einem Rechenzentrum. Für den klassischen Werkstattbetrieb kann diese Form der Datensicherung und -aufbewahrung aus Harald Pfaus Sicht durchaus eine vernünftige Alternative zum Server unter dem Schreibtisch sein.

"Diese Cloud-Angebote haben eine professionelle Serverarchitektur, die verwendeten Server sind in der Regel sehr aktuell, und sie sind viel sicherer als die Rechner, die man heute in vielen Betrieben findet" sagt der Softwareexperte. Hinzu kommt, dass sich der Unternehmer mit einer Cloud-Sicherung viel Aufwand spart, den er normalerweise bei einem lokal installierten Server betreiben muss.,"Datenschutz, Redundanz, Sicherheitsbeauftragte, Virenschutz, Sicherheitsmechanismen, Firewall, Verschlüsselung, Datensicherung etc. - all das sind Themen, die der Unternehmer bei einem eigenen Server sicherstellen muss", betont Pfau. Üblicherweise hätten viele Unternehmer dieses Sicherheitsverständnis für die eigene EDV und die dort gespeicherten Daten nicht. "Ich bin sicher, acht von zehn Servern in Werkstattunternehmen kann man ohne großen Aufwand hacken" schätzt Pfau. Allerdings dürfe man diese Gefahr auch nicht dramatisieren, denn was könne ein Hacker mit den Daten einer Werkstatt zu Kunden, Fahrzeugen, Teilebestellungen oder Umsätzen wirklich anfangen?" Aber rein aus Sicherheitsgründen sind Unternehmer mit ihren Daten bei einem Cloud-Hosting-Service in aller Regel deutlich besser aufgehoben als mit dem eigenen Server in der Firma" betont Harald Pfau. Ein weiterer Pluspunkt kommt hinzu: Der zeitliche Aufwand sowie die Standzeiten für Pflege und Wartung bestehender Softwaresysteme, Kataloge etc. entfallen bei Cloud-Lösungen, da die dafür notwendigen Arbeiten in der Regel nicht während den Arbeitszeiten erfolgen oder die Anbieter dies auf redundanten Systeme durchführen. Alle Systeme werden für alle Anwender zentral gepflegt und sind immer auf dem neuesten Stand. "Hosting macht nur dann Sinn, wenn ich den Server unter dem Schreibtisch tatsächlich wegbekomme. Das bedeutet auch, dass ich alle Applikationen und Programme auf meinem lokalen Server auch im Hosting-Service nutzen kann" erläutert Pfau. Ein Nachteil ist aber, dass alle Lizenzen wie für Excel, Word, Exchange (Outlook) etc., die der Werkstattunternehmer für den lokalen Server gekauft hat, in der Cloud-Welt nicht mehr funktionieren und er sie neu erwerben muss. Zudem müssen die Microsoft-Produkte, die Betriebssysteme, die Datenbanklizenzen sauber lizensiert sein, denn Hosting ist sehr transparent, "Darüber redet niemand gern, aber wer Hosting nutzt, kann nicht mit Schwarzkopien arbeiten, die er vielleicht auf seinem lokalen Server installiert hatte", mahnt Pfau. Solche Tricksereien lassen Hosting-Anbieter auch nicht zu, denn sie werden streng überwacht. Laufen alle Systeme und Lizenzen sauber in der Cloud, benötigt der Unternehmer für die Arbeit im Betrieb eigentlich nur noch einen leistungsfähigen Internetzugang. Der ist jedoch zugleich die größte mögliche Schwachstelle eines Cloud-Angebots.

Archillesferse lnternetzugang

"Das Thema Internetzugang, Leitungskapazität und Netzstabilität ist der gravierendste Punkt den der Unternehmer unbedingt für seinen Standort klären muss, bevor er sich für eine Cloud-Lösung entscheidet" so Pfau. Dabei dürfe man sich nicht an den Leitungsversprechen orientieren, die die Netzprovider für private Anschlüsse machen, Und man dürfe deren Kapazitätsaussagen nicht blind vertrauen: "Es passiert häufiger, dass private Anschlüsse an einem Standort deutlich bessere Netzkapazitäten haben als die Anschlüsse für gewerbliche Nutzer," Die Leistungskapazität muss man vorher relativ genau kennen, denn die Leitung muss der Unternehmer bezahlen, und er benötigt zudem meistens eine feste IP-Adresse, die ebenfalls Geld kostet. Pfau empfiehlt darum, die Leitungskapazität vorab genau durchmessen zu lassen. "Wenn die Leitungskapazität nicht ausreicht, funktioniert auch kein Hosting."

Unternehmer müssen sich außerdem darüber im Klaren sein, dass das Internet auch mal ein oder zwei Tage ausfallen kann. "Wenn ein Bagger die Leitung trifft, steht die EDV in einem Betrieb mit Cloud-Hosting still. Dann ist es nicht einmal möglich, einen Brief oder eine Rechnung zu schreiben" sagt Pfau. Die Angst vor dem Stillstand sei oft ein Grund, warum viele Unternehmer den Schritt scheuen oder sogar zweigleisig fahren und beispielsweise zusätzlich zum Cloud-Hosting eine lokale Lösung für Notfälle betreiben. Allerdings kosten die wie jede lokale Installation Geld und bedürfen der regelmäßigen Pflege und Wartung. Das ist keine wirtschaftlich sinnvolle Lösung. Hier sind einfach nur organisatorische Maßnahmen zu treffen und bereitzustellen, um einen solchen Internetausfall zu überbrücken.

Wem vertraust du?

Mindestens so wichtig wie die Frage nach den verfügbaren Internetzugängen ist die, wem der Unternehmer beim Hosting eigentlich seine Daten anvertraut. Hier gilt die Regel: Der billigste Anbieter ist nicht der beste. "Entscheidend ist beispielsweise die Frage, wo die Daten gehostet werden, Bei großen amerikanischen Internetanbietern liegen diese unter Umständen auf Serverfarmen in China oder in mobilen Hosting-Centern, die irgendwo in der Welt herumfahren" sagt Harald Pfau. Die Wahl des richtigen Hosting-Partners sei zuallererst auch eine Vertrauensfrage. Weil sich niemand bei dem Thema wirklich auskenne, entschieden viele Unternehmer aus dem Bauch heraus. Und aus Angst vor dem totalen Datenverlust lehnten viele von ihnen Hosting ab. "Hier wäre es sicher hilfreich, wenn der Verband Aufklärungsarbeit leisten könnte und beispielsweise eine Liste seriöser Hostinganbieter veröffentlichen würde" regt Pfau an. Denn für Werkstattunternehmer bietet Hosting eindeutige Vorteile, allerdings erst ab einer bestimmten Betriebsgröße. "Je größer die Anlage im Unternehmen, desto höher der Einspareffekt. Eine Ein-Platz-Lösung muss ich sicher nicht hosten; denn es gibt Grundkosten, die unabhängig von der Zahl der Arbeitsplätze anfallen, beispielsweise Administrations- oder Einrichtungskosten" sagt Harald Pfau. Doch schon ab drei bis fünf Arbeitsplätzen im Betrieb könne eine Hosting-Lösung spürbare Einspareffekte bieten - vor allem, weil keine Hardwarekosten für Server, keine Kosten für einen EDV Spezialisten, keine Pflege- und Wartungskosten für Soft- und Hardware im eigenen Haus, keine gesonderten Kosten für Sicherungsmaßnahmen, zusätzliche Servicepacks und -garantien etc. erforderlich sind. Allerdings würden viele Unternehmer die Stromkosten übersehen: "Ein Server mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung sowie eine redundante Einheit, die Tag und Nacht läuft, verursachen gut und gern bis zu 150 Euro Stromkosten pro Monat" erklärt Pfau.

Ein weiterer Vorteil: Der Unternehmer kann mit dem Hosting deutlich flexibler seine Kapazitäten dem Arbeitsanfall entsprechend anpassen. "Stockt er bei Auslastungsspitzen das Personal auf, kann er kurzfristig zusätzliche Kapazitäten bei seinem Hosting-Anbieter hinzumieten, Baut er ab, kann er die Anzahl entsprechend reduzieren" so Pfau. Grundsätzlich liege es im Ermessen jedes Unternehmers, ob er sich für ein Cloud-Hosting-Angebot entscheide. "Wir sprechen keine konkreten Empfehlungen aus. Er muss selbst die Vor- und Nachteile abwägen und entscheiden, ob ein Hosting-Angebot für seinen Betrieb passt" betont Harald Pfau.

Lesen Sie den Originalbericht im Kfz-Betrieb von Redakteur Frank Schlieben.

Hosting - Vorteile:

  • Sicherheit: Professionelle Cloud-Hosting-Anbieter betreiben einen hohen Aufwand, um die ihnen anvertrauten Daten zu sichern. In der Regel beschäftigen sie Spezialisten, die die eigene Technik vor Angriffen schützen. Diesen Aufwand kann kein Unternehmer betreiben, um seinen eigenen lokalen Server zu sichern. zudem muss er sich dann selbst auch darum kümmern, alle Sicherheitsfragen zur Daten und Serversicherheit zu erfüllen.
  • Weniger Aufwand: Fragen zur Datensicherung, Virenschutz, Sicherheitsbeauftragten, Firewall, Verschlüsselung etc. stellen sich nicht für den Unternehmer, der einen Cloud-Hosting-Service nutzt.
  • Pflege und Wartung: Der Aufwand für Pflege und Wartung von Softwaresystemen, Katalogen etc. entfällt für den Unternehmer bei Cloud-Systemen. Diese Aufgabe übernimmt regelmäßig der Dienstleister, oft unbemerkt vom Anwender.
  • Keine Hardwarekosten: Bei der Nutzung von Cloud-Services ist keine lnvestition in einen Server nötig. In der Regel sollte ein eigener Server nach fünf Jahren durch ein neues Modell ausgetauscht werden.
  • Flexibilität: Die Kapazitäten der benötigten Arbeitsplätze sind bei Cloud-Services relativ schnell und einfach nach oben und unten anpassbar. Bezahlen muss der Unternehmer nur das, was er tatsächlich auch nutzt.
 
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Hosting - Nachteile:

  • Abhängigkeit vom lnternet: Cloud-Hosting funktioniert nur, solange das lnternet funktioniert. ohne Zugang zum World Wide Web steht auch die Datenverarbeitung im Betrieb still. Das Risiko kann man zwar organisatorisch minimieren, aber es ist vorhanden. Hat ein Unternehmen in seiner Region einen langsamen lnternetzugang, ist eine Cloud-Lösung nicht zu empfehlen.
  • Laufende Kosten: Cloud-Services kosten jeden Monat einen festen Betrag - anders als die eigene Serveranlage, die einmal angeschafft wird und die der Unternehmer dann über mehrere Jahre nutzt und abschreibt. Allerdings entstehen auch für einen lokalen Server regelmäßig Wartungskosten.
  • Partnerwahl: Die Auswahl des richtigen Dienstleisters ist schwierig, die Angaben der Anbieter sind bisweilen verwirrend. Größte Sicherheit seiner Daten hat der Unternehmer bei einem Anbieter, der seinen Geschäftssitz in Deutschland hat und auch seine Server-Cloud in Deutschland betreibt. Das wird aber mit Sicherheit nie der billigste Anbieter sein.

HOSTING - Weiterführende Informationen:

Die lnternetseiten Hosttest und Cloudlist enthalten nützliche Tipps und weiterführende Informationen zum Thema Cloud-Hosting. Hier sind auch Vergleiche unterschiedlicher Cloud-Hosting-Anbieter aufgeführt:

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