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ERKLÄR VIDEOS – Telekolleg mit Promi-Faktor

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ERKLÄR VIDEOS Telekolleg mit Promi-Faktor

Bericht in der Fachzeitschrift asp Spezial Service 2018:

Ausführliche Gebrauchs- und Reparaturanleitungen zu lesen ist nicht jedermanns Sache. Wer heute wissen will, wie was geht, sieht sich How-to-do Videos im lnternet an. Gewisse Vorsicht ist aber immer geboten.

Kaum ein Unternehmen, das etwas auf sich hält, kann sich dem Trend der Video-Tutorials im Netz verschließen. Längst haben Teilehersteller die Notwendigkeit erkannt, komplizierte Inhalte schnell und einfach in wenigen Minuten an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Und das geht bekanntermaßen am leichtesten in Bild und Ton.

Diese Erkenntnis ist nicht neu. Schon seit Jahrzehnten produzieren kleine Produktionsfirmen zusammen mit den unterschiedlichsten Herstellern sogenannte Industriefilme. Zunächst als CI- oder Image-Film ausgelegt, wurden auch Filme als Lehrmittel für Kunden produziert. Obwohl die Vorteile deutlich auf der Hand liegen, konnten die Industrie-Lehrfilme das klassische Lehrbuch oder die Papier-Gebrauchsanweisung nicht verdrängen. Was damals sicherlich auch an den hohen Produktionskosten lag. Das änderte sich schlagartig mit dem Video-Kanal „Youtube“. Das Videoportal ist seit 2006 ein Tochterunternehmen von Google. Nutzer können auf Youtube kostenlos Videoclips ansehen, bewerten, kommentieren und - als wichtigste Funktion - auch selbst hochladen. Und diese Funktion wird immer mehr auch von diversen Herstellern genutzt, zumal das Produzieren der Clips heute beinahe schon mit jedem Smartphone für sehr wenig Geld möglich ist. Ähnlich funktioniert auch das Videoportal Vimeo. Es reicht jedoch nicht an die Popularität von Youtube heran.

Ein echter Pionier der kurzen Lehr- und Erklärvideos ist Klaus König, zuständig für Organisation und Marketing bei der Werbas AG in Holzgerlingen. Er betreibt das sogenannte Werbas Videocenter auf Youtube. In den letzten zehn Jahren hat er mehr als einhundert Lehr- und Erklärvideos produziert. „Die Tutorials richten sich einerseits an Personen, die an den Produkten von Werbas interessiert sind, andererseits an Bestandskunden, um ihnen neue Tipps und Kniffe im Umgang mit der Werbas-Software zu vermitteln: erklärt Klaus König. Von den Tutorials sind knapp die Hälfte der Videos auf YouTube frei zugänglich. Für alle anderen benötigt man einen Zugang über die Werbas-Homepage. Für Werbas rechnet sich die Produktion der Videos auf ganzer Linie, denn hierdurch wird vor allem die Hotline des Software-Anbieters spürbar entlastet.

Beliebig oft wiederholbar

„Wenn jemand was im Umgang mit der Software nicht verstanden hat, bieten ihm die Videos auf YouTube die Möglichkeit, die betreffende Stelle so oft anzusehen, wie es nötig ist, die jeweilige Funktion zu verstehen“, sagt Klaus König. „Hierin liegt auch ein großer Vorteil der Videos gegenüber klassischen Schulungen - denn wer kennt das nicht? Der Schulungsleiter erklärt etwas und man hat es nicht verstanden. Aufgrund falscher Scham und weil man sich nicht vor den Kollegen blamieren will, fragt man aber nicht nach. Die Folge: Man bleibt unwissend und lernt nicht die Funktionen eines Produktes im vollem Umfang kennen. „Die Tutorials auf YouTube werden jedoch meist alleine angesehen, so dass man nicht gehemmt ist, sich entsprechende Stellen immer und immer wieder anzusehen, bis die Inhalte verstanden sind.

Viele Unternehmen bedienen sich mittlerweile Video-Tutorials, um näher am Kunden zu sein. Mit dem Wissensportal Repexpert unterstützt Schaeffler Werkstätten durch aktuelle Fahrzeugdaten und Detailinformationen und bündelt unter diesem Dach alle technischen Serviceleistungen rund um die Produkte von LuK, INA, FAG und Ruville. Neben Servicehotline oder Einbauanleitungen finden Nutzer auch zahlreiche Videos. Bremsenspezialist TMD Friction bietet vor allem für freie Werkstätten Filme als Trainingshilfe an, die eine Vielzahl von Aufgaben und Prozesse rund um das Thema Bremsen zeigen. Um hierbei die Akzeptanz beim Anwender noch zu erhöhen und um sich von Mitbewerbern abzusetzen, hat man eine Kooperation mit dem bekannten TV-Mechaniker Edd China geschlossen. China ist hierzulande vor allem durch die TV-Sendung „Die Gebrauchtwagen-Profis" (Originaltitel: ,,Wheeler Dealers") bekannt, die auf dem Sender DMAX läuft. Ähnlich wie im TV-Format erklärt Edd China in den Videos Best-Practice-Beispiele aus den Bereichen elektronische Feststellbremse oder Bremsflüssigkeitswechsel.

Doch auch neue Produkte werden vorgestellt. Die Videos sollen demnächst auf der Homepage von TMD Friction unter https://textar-professional.com eingestellt werden. Bereits jetzt können sie schon auf Englisch auf YouTube oder Vimeo angesehen werden. Die Idee, dass prominente TV-Mechaniker eine Marke unterstützen, ist nicht neu. Vor drei Jahren wurde von Hella Pagid der Autoexperte Sidney Hoffmann engagiert, um verschiedene Tutorials und Produktvideos zu produzieren. Er wurde vor allem einem breiten Publikum durch die Serie „Die PS-Profis" bekannt. Auch hier stehen im Mittelpunkt der Trainingsvideos kurze und präzise Erklärungen rund um Einbau und Funktion von Bremsen. Zu sehen sind diese Videos ebenfalls auf YouTube.

Promis sind Publikumsmagnete

Eine prominente Mechanikerin wurde jetzt auch von der Reifenservice- und Werkstatt-Kette Euromaster verpflichtet. „Mit Lina van der Mars als unserem neuen Testimonial drehen wir in den nächsten Wochen einige Videos“ sagt Carsten Weiskopf Leiter Retail Marketing, Digital & E-Commerce bei Euromaster. „Dabei wird Lina unseren Kunden Angebote von Euromastervorstellen und ihnen mit Tipps und Tricks zur Seite stehen." Lina van der Mars wurde in den letzten fahren vor allem durch die TV-Serie „Der Checker" einem breiten Publikum bekannt, in der sie mit dem Auto-Experten Alexander Wesselsky im Auftrag eines Kunden jeweils  verschiedene Gebrauchtwagen „gecheckt" hat, um sie dann anschließend rundum gewartet und repariert an diesen zu übergeben.

ERKLÄR VIDEOS Telekolleg mit Promi-Faktor

Klaus König von Werbas weiß, weshalb immer mehr Firmen auf den Video-Trend aufspringen: ,,Es liegt vor allem an den sich stetig verändernden technischen Anforderungen der Autobranche. Mit Tutorials kann schnell auf Veränderungen und neue Entwicklungen reagiert werden. Auch lassen sich komplexe Sachverhalte leichter als mit herkömmlichen Bedienanleitungen vermitteln. „Doch die Tutorials können ihr Ziel auch verfehlen. Die Videos erreichen Werkstätten nur, wenn einige grundlegende Dinge beachtet werden - sonst verpuffen sie völlig wirkungslos. „So müssen alle produzierten Tutorials per Smartphone abrufbar sein, damit sie am Arbeitsplatz in der Werkstatt gesehen werden können', erklärt der Software-Profi von Werbas. „Auch sollten die Videos nicht länger als drei oder vier Minuten dauern, einen klaren roten Faden haben und nicht überfrachtet sein, sonst verliert der Nutzer schnell das Interesse." Wichtig ist auch, dass bei der Produktion der kleinen Videos auch keine Marken und Urheberrechte verletzt werden (siehe Kommentar von Rechtsanwalt Rainer Bopp).Wird dies alles beachtet und das Testimonial stimmt, sind die Videos sicherlich eines der besten Kundenbindungsinstrumente.

Lesen Sie den Original-Bericht von Redakteur Marcel Schoch in dem asp Spezial Service 2018

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