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Keine Werkstatt funktioniert wie die andere

Keine Werkstatt funktioniert wie die andere

Pressebericht in Fachzeitschrift PROFI Werkstatt 5-2018.

Die Werbas AG war auf der IAA Nutzfahrzeuge und der Automechanika als Aussteller präsent. Die Botschaft des Softwareherstellers lautete sowohl in Hannover als auch in Frankfurt: In der Softwareentwicklung denken die Holzgerlinger neue Lösungen stets vom Anwender aus. PROFI Werkstatt befragte den Vorstand Harald Pfau auf der Automechanika.

Im vergangenen Jahr beging die Werbas AG ein wenig beachtetes, inoffizielles Jubiläum: Seit 2007 sind die Aktien wieder im Unternehmensbesitz. Welche positiven Effekte lassen sich darauf zurückführen?

Harald Pfau: Die Werbas AG blickt auf eine facettenreiche Geschichte mit Höhen und Tiefen zurück. 2007 wurde mit der Übernahme des Unternehmens ein grundlegender Neuanfang gewagt und erfolgreich gestaltet. Fehler, die vor der Übernahme passiert sind, wurden offen benannt, konsequent abgestellt und es wurden neue Wege eingeschlagen.2007 schrieb eine Fachzeitung, dass die Werbas AG wieder Segel gesetzt und Fahrt aufgenommen hat. Zehn Jahre danach ist das Unternehmen breiter denn je aufgestellt. Ein wichtiger Faktor dafür ist die Tatsache, dass unternehmerische Entscheidungen seit 2007 wieder im Unternehmen selbst getroffen werden.

Welche Herausforderungen gilt es, als neutrale rund unabhängiger Softwareanbieter zu überwinden?

Die größte Herausforderung besteht darin, sich als mittelständisches Unternehmen nicht von den eigenen qualitativen Ansprüchen abbringen zu lassen. Es bedarf Mut, auch größere Aufgaben, wie die Umsetzung komplexer Markenfunktionalitäten oder die Entwicklung neuer Softwaremodule anzugehen, um auch Werkstätten digital mobil zu machen. Eine weitere Herausforderung ist die Tatsache, dass innerhalb des Automotive Aftermarket keine Standards bestehen. Jeder Hersteller, Teilelieferant und Dienstleister hat seine eigenen Vorstellungen, Schnittstellen und Anforderungen. Diese Vielfalt im Blick und die Systeme ständig am Laufen zu halten- und das noch zu günstigen Konditionen - ist eine weitere Herausforderung, der sich die Werbas AG stellt. Zudem gilt es, sich immer wieder in Netzwerke mit Fachleuten aus anderen Bereichen einzubinden, um für die Anwender Lösungen mit Mehrwert zu schaffen. Man darf nicht meinen, dass man alles alleine am besten lösen kann. Mit dieser Grundeinstellung ist die Werbas AG auch auf lange Sicht immer gut gefahren.

Welches sind díe besonderen Aspekte für die Werbas AG ím Nfz-Segment?

Keine Werkstatt funktioniert wie die andere. In der Ausrichtung und den Aufgabenstellungen gilt es deshalb, die unterschiedlichen Facetten abzubilden.

Inwieweit ist dies beim Programm Werbas Nfz berücksichtigt?

Werbas Nfz ist ein modulares System aus 18 Modulen und fast 50 Einzelfunktionen, die die Nfz-Werkstatt individuell kombinieren kann. Im Nutzfahrzeugbereich werden zudem Grundsysteme für unterschiedliche Werkstatttypen angeboten. Neben der freien Werkstatt gehören Fahrzeugbaubetriebe, Omnibuswerkstätten, Servicebetriebe für Gabelstapler, Werkstätten im Baubereich, Regiebetriebe, Speditionswerkstätten, Vertragswerkstätten und Servicebetriebe verschiedener Hersteller oder kommunale Werkstätten zu den Zielgruppen. Alle können ihre Software nach den jeweiligen Anforderungen und den sich bietenden Wachstumspotenzialen ausbauen. Werbas wächst mit der Werkstatt - und ihrer jeweiligen Ausrichtung. Dies und die vielfältigen Ausgestaltungsmöglichkeiten sind sicher wichtige Erfolgsfaktoren für die Werbas AG. Die Möglichkeit, auch Fahrzeuge oder Geräte in Betriebsstunden zu verwalten, die modulare Fahrzeugterminverwaltung, Flottenkostenmanagement, Auftragsstatus, Auftragsverlauf, automatische Auftragsanlage und Auftragsabschiüsse sowie die vielen zusätzlichen Stammdatenfelder im Fahrzeugstamm sind weitere wichtige Bausteine für den Nfz- Bereich.

Die Werbas-Softwarebedarf der Einbettung in die EDV und Kommunikationskanäle der Betriebe. Welche Schnittstelfen wurden zuletzt programmiert?

Schnittstellen leben und müssen deshalb kontinuierlich weiterentwickelt werden. Aus diesem Grund kommt der Pflege und den Anpassungen an sich verändernde technische Rahmenbedingungen eine wichtige Aufgabe zu. Natürlich werden aber auch immer wieder neue Schnittstellen geschaffen, nach denen Kunden fragen oder die für eine erfolgreiche Marktpositionierung von Bedeutung sind. Beispiele aus diesen beiden Bereichen sind zum einen Schnittstellen zu Tanksystemen oder Teileplattformen, zum anderen die Umsetzung von Markenfunktionalitäten. Beispielhaft seien hier Schnittstellen zu MAN, DAF und Iveco genannt. Aktuelle Erweiterungen sind Schnittstellen zu Zeppelin, Würth sowie ein Modul Merkliste, die Auftragslimitverwaltung, mobile Datenerfassung und Auftragsverwaltung.

Welches Potenzial können Fahrzeugvernetzung und Telematik entfalten? Wie lassen sich zur Verfügung stehende Daten für Werkstätten nutzbar zu machen?

Die Macht der Fahrzeugdaten ist unbestritten - der Umgang damit und vor allem der Zugriff darauf ist jedoch für alle Akteure mit großen Herausforderungen verbunden. Im Nutzfahrzeugbereich bietet Werbas mit dem Flottenmanagementsystem FM bereits seit Langem die Möglichkeit, Verbrauchsdaten der Fahrzeuge zu importieren und auszuwerten. Durch die voranschreitende Vernetzung und die Telematik gewinnt dieses Thema kontinuierlich an Bedeutung. Es bedarf gemeinsamer Anstrengungen im Automotive Aftermarket, um einen fairen Marktzugang für alle Beteiligten sicherzustellen. In den entsprechenden Netzwerken ist die Werbas AG an verschiedenen Stellen eingebunden. Die Herausforderungen, die sich durch über 80 verschiedene Telematik-Systeme ergeben, sind groß. Auch in diesem Bereich fehlen Standards. So gibt es keine Abstimmungen, welche Daten wann reparaturrelevant sind oder sein sollten beziehungsweise welcher Prozess wann in Gang gesetzt werden muss. Hier gibt es noch viele offene Fragen, für die in der Branche gemeinsame Antworten gefunden werden müssen

Welche verschiedenen Vertragspartnerschaften gibt es zwischen Werbas und den Kunden? Was ist das Besondere am Software-Service-Vertrag?

Mit dem Software-Service-Vertrag bieten wir eine Lösung, mit der den Kunden eine umfassende Betreuung angeboten wird. Zum Service gehört die Werbas-Hotline, die von Montag bis Donnerstag von B bis 18 Uhr und am Freitag von 8 bis 17 Uhr erreichbar ist. Wer nicht zum Hörer greifen möchte, kann seine Hotlineanfragen über das Werbas- Online-Portal "Customer Access" direkt eingeben oder aus dem Werbas-Programm direkt absetzen. Die Kosten für den Hotlineservice sind für den Anwender durch den Software-Service-Vertrag abgegolten. Mit einem Fernwartungssystem, durch das wir online agieren, sowie den Servicetechnikern vor Ort werden weitere Bausteine angeboten, damit die Werkstätten Nutzfahrzeuge wieder schnell auf die Straße bringen können.

Herr Pfau, vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Martin Schachtner

 

Lesen Sie den Originalbericht in der PROFI Werkstatt 5/2018
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